Wolf in Vorarlberg erlegt

Wolf in Vorarlberg

Im vorarlbergischen Montafon ist der Fall eines Problemwolfs vorerst geklärt: Ein Jäger hat in der Nacht auf Dienstag jene Wölfin geschossen, die zuvor mehrfach Nutztiere gerissen haben soll. Das Land Vorarlberg gab den Abschuss am Dienstagmorgen bekannt. Die zuvor erlassene Notverordnung, die den Abschuss erst ermöglicht hatte, ist damit hinfällig.

Ausgangspunkt war ein Vorfall vom Wochenende: Auf einer Alpe bei Tschagguns kam ein Jungrind zu Tode. In den Tagen danach folgten laut Land weitere Risse – ein Esel und mindestens ein zusätzliches Rind. Weil sich die Vorfälle häuften, ordnete die Behörde die gezielte Entnahme des Tieres an, sobald es erneut auftauchen würde.

Genau das trat wenige Tage später ein. Die Jägerschaft hatte sich rund um jene Fläche postiert, auf der die Risse registriert worden waren, und wartete den nächsten Auftritt des Tieres ab. In der Nacht kam es so weit: Ein Schuss aus angemessener Distanz beendete die Aktion. Landeswildbiologe Hubert Schatz sprach von einer koordinierten Aktion mehrerer Jäger, die sich strategisch im Gelände verteilt hätten, um genau an diesem Ort den richtigen Moment abzupassen.

Bei dem erlegten Tier handelt es sich um eine ein- bis zweijährige Wölfin ohne eigenen Nachwuchs, wie sich anhand der Zitzen feststellen liess. Eine genetische Untersuchung soll nun klären, ob tatsächlich sie für die Risse der vergangenen Tage verantwortlich war.

Der Fall reiht sich in eine Entwicklung ein, die Wildbiologen zunehmend beschäftigt: Wölfe in der Region griffen bislang vor allem Schafe an, wagten sich zuletzt aber wiederholt auch an grössere Beutetiere wie Rinder. Schatz führt das auf individuelles Lernverhalten zurück – manche Tiere würden ein solches Verhalten von den Elterntieren übernehmen und es weitergeben, weshalb man gerade diese Exemplare rasch aus der Population nehmen wolle, bevor sich das Muster festsetzt.

hitze.li