Spatenstich für Sanierung der Sportanlagen Rheinau und des Rheindamms in Balzers

Spatenstich für Sanierung der Sportanlagen Rheinau und des Rheindamms in Balzers

Spatenstich für Sanierung der Sportanlagen Rheinau und des Rheindamms in Balzers | Bildquelle: 1FLTV - Das Liechtensteiner Fernsehen

Mit einem Spatenstich hat die erste Etappe der Sanierung und Erneuerung der 1970 eröffneten Sportanlagen Rheinau sowie die Sanierung des angrenzenden Rheindamms begonnen. An der Medienorientierung informierten Innenminister Hubert Büchel, Vorsteher Karl Malin sowie Anne Christine Pfaffen, Projektleiterin Rhein beim Amt für Bevölkerungsschutz, über die beiden Vorhaben.

Die Sanierung der Sportanlagen Rheinau erfolgt gemäss Gemeinde Balzers auf Basis eines Masterplans in mehreren Etappen. Massgebend für die Reihenfolge der einzelnen Schritte seien die Kriterien Dringlichkeit, Notwendigkeit, Machbarkeit und Finanzierbarkeit. Zu Kosten und einem Zeitplan für die weiteren Etappen machten Land und Gemeinde an der Orientierung keine konkreten Angaben.

Land und Gemeinde begründen die zeitgleiche Umsetzung von Dammsanierung und Sportanlagen-Erneuerung mit Synergieeffekten: Beide Bauvorhaben liessen sich so koordiniert realisieren. Die Sportanlagen Rheinau werden nach Angaben der Gemeinde von mehreren hundert Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern wöchentlich genutzt.

Sportanlagen Rheinau: erste Etappe betrifft Kunstrasenplatz

Als erste Etappe soll in den kommenden Wochen der Deckbelag des Kunstrasenplatzes ersetzt werden. Die Gemeinde begründet die Priorisierung dieser Massnahme damit, dass der bestehende Belag seine Lebensdauer überschritten habe und Abnutzungserscheinungen zeige.

Vorgesehen ist ein sogenannter unverfüllter Kunstrasen, bei dem auf Füllgranulat verzichtet wird – dies soll eine Verbreitung des Granulats ausserhalb der Sportanlage verhindern. Unterkonstruktion und Beleuchtung des bestehenden Platzes sollen weiterverwendet werden, da der Standort unverändert bleibt.

Rheindamm: Sanierung einzelner Abschnitte seit 2021 im Gang

Die Rheindämme stammen in ihrer Grundstruktur aus dem 19. Jahrhundert. Laut dem Amt für Bevölkerungsschutz erfüllen sie ihre Schutzfunktion bei grossen Hochwasserereignissen nicht mehr überall vollumfänglich. Untersuchungen des Amtes, durchgeführt zusammen mit den zuständigen Behörden des Kantons St. Gallen, hätten ergeben, dass einzelne Dammabschnitte einem statistisch etwa alle 100 Jahre auftretenden Hochwasserereignis nicht mehr zuverlässig standhalten könnten.

Die ersten Sanierungsarbeiten an den als besonders instabil eingestuften Abschnitten begannen im Herbst 2021. Seither werden Abschnitte in Triesen, Schaan und Bendern jeweils über die Wintermonate saniert. Die Abschnitte mit den grössten Stabilitätsdefiziten sollen laut Amt für Bevölkerungsschutz bis 2028 ertüchtigt sein. Für die Sanierung des gesamten, rund 26 Kilometer langen Dammbauwerks rechnet das Amt mit einem Zeitraum von rund 20 Jahren.

Zusätzlich zu den Dammsanierungen plant das Land Revitalisierungsmassnahmen am Rhein, unter anderem eine Flussaufweitung im Gebiet der Gemeinden Schaan und Eschen. Damit soll dem Fluss mehr Raum gegeben werden, was laut Land der Biodiversität sowie der Nutzung des Rheins als Erholungsraum zugutekommen soll.

Kombinierte Lösung bei der Sportanlage Rheinau

Im Abschnitt bei der Sportanlage Rheinau grenzt der Platz laut Angaben des Amts für Bevölkerungsschutz unmittelbar an den luftseitigen Dammfuss. Eine spätere, von der Kunstrasensanierung getrennte Ertüchtigung des Damms wäre demnach nur mit grösserem Aufwand möglich gewesen.

Wegen der beengten Platzverhältnisse kommt an dieser Stelle eine eigens für die Situation entwickelte Lösung zum Einsatz: eine Stützkonstruktion aus zurückversetzten Betonelementen, die gleichzeitig die Funktion einer Tribüne für die Sportanlage übernehmen soll.

Land und Gemeinde zu Beweggründen

Innenminister Hubert Büchel bezeichnete die Rheindammsanierung als sicherheitspolitisch prioritäres, mehrjähriges Vorhaben der Regierung angesichts des Schadenspotenzials von Hochwasserereignissen für Liechtenstein. Der Sanierungsstart in Balzers sei ein weiterer Schritt in diesem laufenden Programm.

Für Vorsteher Mailn geht es darum, den Vereinen der Sportgemeinde Balzers eine funktionsfähige Basisinfrastruktur zur Verfügung zu stellen und die Anlagen in der Rheinau in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.

hitze.li