Auf dem linken Auge blind?

Jürgen Schädler

Seit Jahren wird regelmässig vor Rechtsextremismus gewarnt. Politik, Medien und NGOs greifen dieses Thema immer wieder auf. Der Blick auf linke Radikalisierung in Liechtenstein bleibt jedoch aus.

Auf Social Media treten Gruppen wie «Bündnis gegen Liechtenstein», «OAT Liechtenstein» und weitere linke Aktivistengruppen mit weitreichenden politischen Forderungen auf. Selbst das Zeigen einer Antifa Fahne an einer Parteiversammlung scheint kaum öffentliche Diskussionen auszulösen. Umso mehr stellt sich die berechtigte Frage, ob personelle oder ideologische Überschneidungen mit Politik und NGOs bestehen und weshalb dieses Thema von den Medien weitgehend ausgeblendet wird.

Wer rechtskonservative oder bürgerliche Positionen vertritt, gerät heute schnell unter Generalverdacht. Veranstaltungen mit renommierten Referenten werden bekämpft, diffamiert oder mit öffentlichem Druck zu verhindern versucht. Organisatoren und Vermieter sehen sich teilweise erheblichem Druck ausgesetzt. Linke Veranstaltungen hingegen scheinen wesentlich seltener auf vergleichbaren Widerstand zu stossen, selbst wenn dort die bestehende Staatsordnung offen infrage gestellt wird.

Wer radikale linke Ideologien ignoriert, weil sie ins eigene politische Weltbild passen, misst mit zweierlei Mass. Ein Rechtsstaat muss jede Form von Extremismus ernst nehmen und nach denselben Massstäben beurteilen. Alles andere untergräbt das Vertrauen der Bevölkerung in Politik, Medien und Behörden.

Jürgen Schädler, Wangerbergstrasse 20, 9497 Triesenberg

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