US-Firma klagt Bayer wegen Monopols bei Maissaatgut

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Gegen den deutschen Agrar- und Pharmakonzern Bayer ist in den USA eine Klage wegen illegaler und wettbewerbswidriger Praktiken erhoben worden. Das Saatgutunternehmen Latham Quality hat die Klage bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Missouri eingereicht.

Dem Konzern wird vorgeworfen, den US-Markt für gentechnisch verändertes Maissaatgut monopolisiert und damit „Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden unrechtmässig erwirtschaftete Dollar“ eingenommen zu haben. Konkret geht es um das Maissaatgut mit der Bezeichnung NK603, das gegen Bayers weit verbreitetes Unkrautvernichtungsmittel Roundup resistent ist. Bayer habe Wettbewerber systematisch daran gehindert, günstigere Generika dieses Saatguts zu entwickeln – zum Nachteil von Bauern und unabhängigen Saatgutfirmen, die höhere Preise zahlen mussten.

Der Konzern reagierte umgehend und wies die Anschuldigungen als unbegründet zurück. „Die Märkte für Betriebsmittel und Maissaatgut sind wettbewerbsfähig, fair und vielfältig“, teilte Bayer mit. Man werde vor Gericht auf die Klage reagieren.

Die Klage strebt eine Sammelklage an und fordert eine dreifache Entschädigung für die laut dem Kläger erlittenen Schäden – eine im US-Recht mögliche Strafmassnahme bei nachgewiesenen Wettbewerbsverstössen.

Bayer hatte den US-Saatguthersteller Monsanto 2018 für rund 63 Milliarden Dollar übernommen – und damit auch dessen rechtliche Altlasten. Seither sieht sich der Konzern in den USA mit Tausenden Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup konfrontiert. Die neue Klage von Latham Quality fügt sich in eine wachsende Reihe rechtlicher Auseinandersetzungen rund um das Monsanto-Erbe ein.

Trotz der anhaltenden Rechtsstreitigkeiten lief das operative Geschäft zuletzt gut: Der Gewinn der Agrarsparte (Crop Science), zu der auch das Saatgutgeschäft gehört, stieg im ersten Quartal um 17,9 Prozent auf drei Milliarden Euro.