Spatenstich für neues Abwasserpumpwerk in der Widau
Mit einem symbolischen Spatenstich haben der Entsorgungszweckverband der Gemeinden Liechtensteins (EZV) und die Gemeinde Ruggell den offiziellen Startschuss für den Neubau des Abwasserpumpwerks und des Regenbeckens in der Widau gegeben. Das Projekt gilt als Meilenstein für die Abwasserinfrastruktur im Liechtensteiner Unterland.
Das Bauvorhaben gliedert sich in zwei Teile mit unterschiedlichen Bauherren: Das Pumpwerk liegt in der Verantwortung des EZV, das Regenbecken wird von der Gemeinde Ruggell betrieben. Zur Feier erschienen waren unter anderem Johannes Hasler, Vorsteher von Gamprin und Verbandspräsident des EZV, sowie EZV-Geschäftsführer Reto Kieber, der die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien würdigte sowie den Nachbarn für ihr Entgegenkommen dankte.
Vorsteher Christian Öhri sprach für Ruggell von einem riesengrossen Meilenstein in einem Jahrhundertprojekt. Er erinnerte an die jahrelangen Diskussionen rund um die bestehende Abwasserpumpeleitung, die zuletzt sogar als „ewige Baustelle zwischen Ruggell und Gamprin» bezeichnet worden sei. „Ende 2027 sind wir bereit», so Öhri zuversichtlich.
Schutz der Grundwasserschutzzonen
Der Hintergrund des Neubaus ist ein gesetzlicher: Das bisherige Pumpwerk im Oberau liegt innerhalb einer Grundwasserschutzzone und muss laut Vorschriften bis Ende 2027 verlegt werden. Ein Umbau vor Ort hätte zu erheblichen Risiken geführt – deshalb entschied sich der Gemeinderat einstimmig für einen Neubau am neuen Standort ausserhalb der Schutzzonen.
Das Projekt umfasst den Bau des Pumpwerks mit moderner Betriebstechnik, eines Regenbeckens zur Bewältigung von Mischwasser bei Starkregen, den Rückbau der alten Anlagen im Schutzgebiet sowie die Einbindung bestehender Hochwasserentlastungen.
Akribische Vorarbeit gewürdigt
Besonders hervorgehoben wurde die Vorarbeit von Bauleiter Emanuel, der eine umfangreiche Dokumentation mit 15 Begründungen erarbeitet hat, warum genau dieser Standort in der Widau der richtige sei. Das Amt für Umwelt habe diese Dokumentation in den höchsten Tönen gelobt – und damit letztlich den Weg zum heutigen Spatenstich freigemacht.
Kosten und Zeitplan
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf CHF 6,8 Millionen, die auf die elf Verbandsgemeinden des EZV verteilt werden. Auf die Gemeinde Ruggell entfällt gemäss Verteilschlüssel ein Anteil von CHF 402’519. Die Investitionen werden hauptsächlich in den Jahren 2026 und 2027 getätigt, die Inbetriebnahme ist auf Ende 2027 geplant.
