Unilever verkauft Lebensmittelsparte für rund 44,8 Milliarden Dollar
Der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever trennt sich von seinem gesamten Lebensmittelgeschäft. Käufer ist der US-amerikanische Gewürzhersteller McCormick & Company, der für die Sparte rund 44,8 Milliarden Dollar bezahlt – 15,7 Milliarden in bar, den Rest in eigenen Aktien. Damit entsteht einer der grössten Lebensmittelkonzerne der Welt.
Knorr, Hellmann’s und Aromat wechseln den Besitzer
Zum Verkaufspaket gehören einige der bekanntesten Marken des Alltags: der Suppenwürfel- und Saucen-Gigant Knorr, die Mayonnaise-Marke Hellmann’s sowie das in der Schweiz und in Liechtenstein allgegenwärtige Würzmittel Aromat. McCormick, bislang vor allem als weltgrösster Gewürzhersteller bekannt und Eigentümer von Marken wie Frank’s RedHot, French’s und Old Bay, übernimmt damit ein Portfolio, das Haushalte auf der ganzen Welt täglich nutzen.
Das kombinierte Unternehmen soll einen Enterprise Value von rund 65 Milliarden Dollar erreichen. Unilever bleibt nach dem Vollzug des Deals als Minderheitsaktionär an Bord; zur genauen Beteiligungsquote liegen noch keine öffentlichen Angaben vor.
Unilever fokussiert sich auf Beauty und Körperpflege
Für Unilever ist der Verkauf der konsequente Abschluss einer strategischen Neuausrichtung. Der Konzern, zu dessen bekanntesten Marken Dove, Axe, Rexona und Ben & Jerry’s zählen, will sich künftig vollständig auf die Bereiche Kosmetik, Wellness, Körperpflege und Haushaltspflege konzentrieren. Das Lebensmittelgeschäft passte nicht mehr in dieses Profil.
Für die Schweiz und Liechtenstein ist vor allem Aromat von Bedeutung. Bislang gibt es keine öffentlichen Angaben dazu, ob Produktions- oder Vertriebsstrukturen in der Region von dem Eigentümerwechsel betroffen werden.
Reaktionen aus Finanzkreisen gemischt
Analysten zeigten sich gespalten. Einerseits ergäbe der Deal strategisch Sinn – beide Unternehmen seien im Bereich Aromen und Würzen tätig, die Synergien seien real. Andererseits zweifelten mehrere Investmentbanken daran, ob der Kaufpreis für Unilever-Aktionäre ausreichend attraktiv sei. Die Aktie von Unilever reagierte an der Londoner Börse verhalten.
Der Abschluss des Deals steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden – darunter voraussichtlich die EU-Kommission, die US-Kartellbehörde sowie die britische Competition and Markets Authority.
