Petition für Busverbindung – 152 Unterschriften gegen Streichung der Linie 32

Jonas Grubenmann, Landtagssekretär Stefan Hassler, Vorsteher Dietmar Lampert, Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Eva-Maria Nicolussi Vog

Jonas Grubenmann, Landtagssekretär Stefan Hassler, Vorsteher Dietmar Lampert, Landtagspräsident Manfred Kaufmann und Eva-Maria Nicolussi Vogt | Foto: 1FLTV - Das Liechtensteiner Fernsehen

Mit Unterstützung von Schellenbergs Vorsteher Dietmar Lampert haben Einwohner aus Ruggell und Schellenberg eine Petition zur Wiedereinführung der Buslinie 32 dem Landtag in Vaduz übergeben. 152 Unterschriften untermauern die Forderung nach einer direkten Verbindung zwischen den beiden Gemeinden.

Gemeinsam mit Gemeinderätein Eva Maria Nicolussi-Vogt und Vizevorsteher Jonas Grubenmann überreichte Lampert die Petition mit 152 Unterschriften heute an Landtagspräsident Manfred Kaufmann.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 hat die LIEmobil den Abschnitt Ruggell–Schellenberg nach jahrzehntelangem Betrieb eingestellt. Betroffen sind die Haltestellen Ruggell Limsenegg, Schellenberg Loch und Schellenberg Widum. Das Einzugsgebiet umfasst neben den direkten Anliegern der Landstrassen Loch und Widum auch die Bewohner der Strassen Rütteler, Nolla, Rankhag, Widumweg, Platta und Tüfenacker. Besonders stossend für die Petitionäre: Die direkt Betroffenen wurden vorab nicht informiert.

Als Alternative verweist die LIEmobil auf den aufgewerteten Halbstundentakt der Linie 35 zwischen Schellenberg und Bendern sowie die Möglichkeit eines Umstiegs in Gamprin Bühl oder Bendern Post. Für die Petitionäre ist das keine akzeptable Lösung, da der Weg nach Ruggell dadurch wesentlich umständlicher und zeitintensiver geworden ist. Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder körperlichen Einschränkungen seien vom öffentlichen Verkehr faktisch ausgeschlossen, da ihnen bei jeder Witterung der steile Fussweg zur nächstgelegenen Haltestelle Tannwald zugemutet werde.

Widerspruch zum Mobilitätskonzept

Die Petitionäre stützen ihr Anliegen auf mehrere rechtliche und planerische Grundlagen. Das Personenbeförderungsgesetz (PBG) verpflichtet das Land, eine Grundversorgung im öffentlichen Verkehr sicherzustellen und alle Gemeinden angemessen zu erschliessen. Der Landesrichtplan schreibt die ÖV-Erschliessung aller Gemeinden behördenverbindlich vor. Und die Eignerstrategie der LIEmobil hält in Art. 3.1 fest, dass der Verkehrsbetrieb die Gemeinden mit angemessenen Angeboten zu verbinden hat.

Fehlende Wirtschaftlichkeit, die von der LIEmobil als Grund für die Einstellung angegeben wird, treffe auch auf andere Verbindungen oder Teilstrecken zu. Ab 2026 erhält die LIEmobil einen jährlichen Landesbeitrag von 18,45 Millionen Franken. „Aufgrund des hohen Anteils der Finanzierung mit öffentlichen Geldern muss für die LIEmobil der Service Public im Vordergrund stehen und nicht die Wirtschaftlichkeit», heisst es in der Petition. Die Streichung der Verbindung laufe zudem den Zielen des Mobilitätskonzepts 2030 konträr entgegen, das Regierung und Landtag mit dem erklärten Ziel beschlossen hatten, möglichst viele Menschen vom Individualverkehr auf öffentliche Verkehrsmittel umzulenken.

Drei Lösungsvorschläge auf dem Tisch

Bereits am 13. Januar 2026 hatten Verantwortliche der Gemeinde Schellenberg ein Gespräch mit Regierungsrat Daniel Oehry geführt, an dem auch Vertreter der LIEmobil beteiligt waren. Dabei wurden dem Ministerium 152 Unterschriften übergeben. Laut den Petitionären wurden in diesem Gespräch jedoch lediglich die Argumente der LIEmobil wiederholt. Eine Stellungnahme des zuständigen Ministeriums ist bis heute ausgeblieben.

Die Petitionäre haben der LIEmobil im Vorfeld verschiedene Lösungsansätze unterbreitet. Als naheliegendste Variante gilt die Wiedereinführung der bis Dezember 2025 bestehenden Verbindung der Linie 32. Alternativ wäre eine Querverbindung Unterland von Mauren über Schellenberg nach Ruggell als Weiterführung der bestehenden Linie 35 denkbar, gegebenenfalls mit Weiterführung bis zum Bahnhof Salez. Eine dritte Option sieht vor, die Linie 37 anstelle der bereits anderweitig abgedeckten Strecke Ruggell Post–Bendern Post neu auf die Strecke Ruggell Post–Schellenberg Post umzuleiten. Um die Betriebskosten zu senken und das Kreuzen auf der schmalen Fahrbahn im Bereich Loch zu erleichtern, empfehlen die Petitionäre den Einsatz eines Kleinbusses.

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