Liechtenstein droht EU-Verbot für Abfallentsorgung in Buchs
KVA Buchs | Foto: Gregor Meier
Seit Jahrzehnten wird Liechtensteins Haushaltsmüll in der Schweiz verbrannt – eine grenzüberschreitende Lösung, die funktioniert. Doch eine neue EU-Verordnung könnte diese Zusammenarbeit ab 2029 beenden.
Rund 23’000 Tonnen Abfall entsorgt Liechtenstein jährlich in der Kehrichtsanlage Buchs. Das Land ist über die Gemeinden Mitglied im Verein Abfallentsorgung Buchs – dem Träger der Verbrennungsanlage. Die Zusammenarbeit funktioniert seit Jahrzehnten reibungslos. Nun ist sie gefährdet.
Die EU plant, die Ausfuhr von Kehricht in sogenannte Drittstaaten zu verbieten. Liechtenstein gehört zwar dem Europäischen Wirtschaftsraum an, gilt aber formal als Drittstaat ausserhalb der EU. Sollte keine Ausnahmeregelung gefunden werden, dürfte Liechtenstein seinen Müll nicht mehr in Buchs entsorgen – mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Abfallentsorgung des Landes. Die Konsequenz wird als «nicht umsetzbar» bezeichnet.
Derzeit bemüht sich die liechtensteinische Regierung auf verschiedenen Ebenen um eine Ausnahmeregelung und steht in engem Austausch mit den zuständigen Stellen. Entscheidung und Zeitplan sind noch offen.
Für die Betroffenen ist die Situation ein weiteres Beispiel bürokratischer Reibung zwischen dem Kleinststaat und der EU. Erst kürzlich sorgte eine Brüsseler Regelung zum PET-Recycling für Unmut.
