Kostenentwicklung im Gesundheitswesen 2025: Auslandskosten treiben Anstieg

Sebastian Gassner

Die Zahlen des Liechtensteinischen Krankenkassenverbandes (LKV) zur Kostenentwicklung im Gesundheitswesen 2025 zeigen ein klares Muster: Die gesamten Bruttoleistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) stiegen deutlich um 6,2 Prozent auf rund 222,5 Millionen Franken. Gleichzeitig wuchsen die im Inland erbrachten Leistungen lediglich um 1,7 Prozent – und lagen damit innerhalb des von der Regierung definierten Kostenziels von 2,0 Prozent.

Dieses zweigeteilte Bild hat der Landtagsabgeordnete Sebastian Gassner (FBP) zum Anlass für eine Kleine Anfrage an Regierungsrat Emanuel Schädler genommen.

Der Kostentreiber: Stationäre Behandlungen im Ausland

Als Hauptursache der Kostensteigerung wird der stationäre Bereich im Ausland identifiziert, der um 13,4 Prozent zugelegt hat. Damit steht dieser Bereich im starken Kontrast zu den inländischen Leistungserbringern. Die Regierung weist darauf hin, dass in den Auslandskosten auch Einmaleffekte durch nachverrechnete Komplexfälle aus dem Vorjahr eine Rolle spielen dürften.

Liechtenstein ist aufgrund seiner Grösse strukturell darauf angewiesen, viele stationäre Behandlungen in der Schweiz und in Österreich durchführen zu lassen. Dieses systembedingte Abhängigkeitsverhältnis macht es schwierig, auf die Kostenentwicklung im Ausland direkt Einfluss zu nehmen.

Inländische Leistungserbringer halten Kostenziel

Bemerkenswert ist, dass die inländischen Anbieter – Ärzte, Spitex, Physiotherapeuten und andere – das von der Regierung definierte Kostenziel von 2,0 Prozent einhalten konnten. Das Kostendämpfungsinstrumentarium, das Liechtenstein in den vergangenen Jahren eingeführt hat, scheint im Inland zu greifen.

Fragen an die Regierung noch offen

In seiner Kleinen Anfrage wollte Sebastian Gassner unter anderem wissen, welchen Anteil die nachverrechneten Komplexfälle konkret an der Kostensteigerung ausmachen, welche Massnahmen die Regierung zur Steuerung der Auslandskosten plant und ob das Kostenziel von 2,0 Prozent für inländische Leistungserbringer dauerhaft realistisch ist. Die vollständigen Antworten werden für die Landtagssitzung im April erwartet.

Einordnung

Die Gesamtkosten von 222,5 Millionen Franken für eine Bevölkerung von rund 40.000 Personen entsprechen einem Pro-Kopf-Betrag von über 5.500 Franken pro Jahr allein für die OKP. Dass dieser Wert trotz aller Bemühungen weiter steigt, illustriert das strukturelle Dilemma des liechtensteinischen Gesundheitswesens: Als Kleinstaat ist das Land auf umliegende Versorgungssysteme angewiesen und trägt damit auch deren Preisentwicklung mit.