Gemeinde Schellenberg informiert über Friedhof und Ortsplanung
Informationsanlass der Gemeinde Schellenberg | Foto: Gregor Meier
Die Weiterentwicklung des Friedhofs, die künftige Ortsplanung und der digitale Auftritt der Gemeinde: Rund 100 Einwohner liessen sich im Gemeindesaal Schellenberg über mehrere richtungsweisende Projekte informieren. Vorsteher Dietmar Lampert betonte dabei die unmittelbare Bedeutung der Vorhaben für die Bevölkerung.
Friedhof: Zweite Sanierungsetappe geplant
Der Schellenberger Friedhof besteht seit über 50 Jahren und zählt zu den stimmungsvollsten Anlagen des Landes. Ende 2024 vergab die Gemeinde den Auftrag für eine umfassende Neukonzeption. Das Konzept wurde 2025 in Zusammenarbeit mit einem Landschaftsarchitekturbüro erarbeitet, Anfang 2026 folgte die Ausarbeitung der Detailpläne. Im März 2026 fand zudem ein Austausch mit Angehörigen zu bestehenden Urnengräbern statt.
Landschaftsarchitekt Paul Rutishauser stellte die vorgesehenen Massnahmen vor. Zentrales Element ist die Erneuerung der geschädigten Thuja-Hecke: Künftig soll ein mehrschichtiger Gehölzsaum aus einheimischen Sträuchern wie Schneeball, Kreuzdorn, Eibe und Buche den Friedhof einfassen. Die Bepflanzung wird auf eine Höhe von 1,6 bis 1,8 Metern ausgelegt und kann bei Bedarf zurückgeschnitten werden.
Darüber hinaus ist an der Friedhofsmauer ein neuer Bereich für Sternenkinder mit integriertem Kreuz und Sitzgelegenheit geplant. Das Urnenfeld wird erweitert; die Grabfelder sind mit 50 × 55 cm vorgesehen. Auch die Urnenwand wird ergänzt und mit einem Messingband für individuelle Beschriftungen versehen. Der beschädigte Pflasterbelag sowie die Zufahrt sollen erneuert werden. Der Bereich für Naturbestattungen bleibt unverändert bestehen. Bestehende Gräber werden nicht angetastet; rund 40 Grabstellen für Erdbestattungen bleiben erhalten. Die Umsetzung ist für das Jahr 2027 vorgesehen.
Ortsplanung: Neue Kernzone und Gefahrenzonen
Ortsplanerin Nina Eichholz von der SLIV AG für Planung & Beratung präsentierte den aktuellen Stand der Ortsplanung Phase 2. Nachdem Phase 1 im Jahr 2023 abgeschlossen worden war, konzentriert sich Phase 2 auf Schutzobjekte und Erhaltungsbereiche, Waldmasken sowie funktionelle Anpassungen der Bauordnung. Die Vorprüfung durch das Amt für Bau und Infrastruktur (ABI) ist abgeschlossen; die öffentliche Auflage folgt in Kürze.
Kernstück der Revision ist die neue Kernzone im Ortszentrum, entlang der Dorfstrasse gegenüber der Gemeindeverwaltung. Sie soll ein belebtes Zentrum mit Wohnen, Gewerbe und öffentlichen Nutzungen fördern. Als Anreiz gilt: Wer mindestens 20 Prozent der Bruttogeschossfläche für publikumsorientierte Dienstleistungen oder Altersversorgung vorsieht, erhält eine erhöhte Ausnützungsziffer.
Bei den Gefahrenzonen wurden die geltenden Grundlagen 1:1 übernommen. Rote Gefahrenzonen – faktisch Bauverzicht – gibt es in Schellenberg nur an einer einzigen Stelle. Blaue Gefahrenzonen mit mittlerer Gefährdung sind in mehreren Teilen des Gemeindegebiets ausgewiesen; Bauten sind dort mit Auflagen zulässig.
Neu werden grössere Spielplätze als Freiflächen in den Gebieten Tiefenacker und Hinterschellenberg im Zonenplan verankert. Geschützte Kulturgüter werden als Hinweis eingetragen und verweisen auf das Kulturgütergesetz. Die Bauordnung wurde in wenigen Punkten angepasst: Drei Vollgeschosse mit Dachgeschoss sind klar definiert; Flachdächer und Solaranlagen auf drei besonnten Gebäudeseiten sind nun explizit erlaubt.
Aus dem Publikum kam die Frage, warum die Kernzone relativ weit gefasst sei und ob konkrete Bauprojekte von Grundeigentümern vorlägen. Vorsteher Lampert erläuterte, die Zone sei bewusst grosszügig angelegt, um langfristig verdichtetes Bauen und gewerbliche Entwicklung zu ermöglichen. Eine sofortige Überbauung sei nicht das Ziel; die Gemeinde wolle die Grundlage schaffen, damit Schellenberg in den kommenden Jahrzehnten ein lebendiges Zentrum entwickeln könne.
