Celsion nimmt Betrieb auf und zielt auf den europäischen Krypto-Markt
Bankgründungen sind selten geworden. Umso bemerkenswerter ist der Start der Celsion Bank AG, die am 10. April 2026 ihren operativen Betrieb aufgenommen hat. Dass sich das Institut in Vaduz ansiedelt und von Beginn an den Zugang zum europäischen Binnenmarkt nutzt, ist kein Zufall: Liechtenstein positioniert sich damit einmal mehr als Standort an der Schnittstelle von klassischem Finanzwesen und digitalen Vermögenswerten.
Celsion versteht sich nicht als klassische Universalbank – und auch nicht als reine Krypto-Bank für Privatanleger. Die Zielgruppe ist klar definiert: Finanzinstitute, Vermögensverwalter, Family Offices und andere professionelle Marktteilnehmer. Ihnen stellt die Bank jene Infrastruktur zur Verfügung, die nötig ist, um eigenen Kunden den Zugang zu Krypto-Assets zu ermöglichen.
Zum Angebot gehören die Verwahrung und Administration digitaler Vermögenswerte, der Handel zwischen Krypto-Assets und Fiat-Währungen sowie Transferdienstleistungen. Ergänzt wird dies durch Mehrwährungskonten in Franken, Euro und US-Dollar mit individuellen IBANs. Perspektivisch plant die Bank zudem Dienstleistungen wie Staking, Derivate und strukturierte Produkte.
Die Grundlage für dieses Geschäftsmodell bildet eine Kombination aus klassischer Banklizenz und neuer europäischer Regulierung. Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) erteilte die Banklizenz im Februar 2026, kurz darauf folgte die Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCAR).
Diese Kombination ist entscheidend: Dank der Einbettung Liechtensteins in den Europäischen Wirtschaftsraum kann Celsion ihre Dienstleistungen mit einer einzigen Zulassung in weiten Teilen Europas anbieten. Für institutionelle Kunden bedeutet das regulatorische Klarheit – ein Faktor, der im Umgang mit digitalen Vermögenswerten zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Wurzeln der Bank reichen mehrere Jahre zurück. Hervorgegangen ist Celsion aus dem Zürcher Projekt «Crypto Helvetica», das 2024 erstmals öffentlich wurde. Seither wurde das Konzept weiterentwickelt, der Sitz nach Vaduz verlegt und ein erfahrenes Führungsteam aufgebaut.
An der Spitze steht CEO Markus Federspiel, der zuvor die Bendura Bank leitete und mit den Besonderheiten des liechtensteinischen Finanzplatzes bestens vertraut ist. Verwaltungsratspräsident ist Lee Weiss. Für den operativen Betrieb setzt Celsion auf das in der Schweiz etablierte Core-Banking-System Finnova – ein Hinweis darauf, dass das Institut auf bewährte Infrastruktur setzt.
Der Markt für reguliertes Krypto-Banking bleibt überschaubar. Zu den bekanntesten Anbietern zählen die in der Schweiz ansässigen Institute Sygnum und AMINA, die bereits mehrere Milliarden Franken an digitalen Vermögenswerten verwalten. Beide bauen ihre Präsenz in Europa schrittweise aus.
Celsion wählt einen anderen Ansatz: Statt von der Schweiz aus zu expandieren, setzt die Bank von Beginn an auf Liechtenstein als Ausgangspunkt mit direktem Zugang zum europäischen Markt. Der Fokus auf das B2B-Geschäft unterscheidet sie zudem von Wettbewerbern, die stärker auf direkte Kundenbeziehungen setzen.

