BIP-Schätzung 2025: Liechtensteins Wirtschaft schrumpft um 3 Prozent
Andreas Brunhart beim Wirtschaftsausblick in Gamprin
Nach zwei Jahren starken Wachstums ist Liechtensteins Wirtschaft 2025 deutlich zurückgefallen. Gemäss der Schätzung des Liechtenstein-Instituts vom 31. März 2026 sank das reale Bruttoinlandsprodukt um rund 3 Prozent. Das nominale BIP wird auf etwa 7’641 Millionen Franken geschätzt.
Als zentralen Faktor nennt das Liechtenstein-Institut die US-Zölle, die 2025 die exportorientierte liechtensteinische Wirtschaft unter Druck setzten. Liechtenstein erwirtschaftet einen grossen Teil seiner Wertschöpfung in der Industrie und im Finanzsektor – beide stark international vernetzt und entsprechend empfindlich gegenüber Handelshemmnissen. Die tiefe Inflation führte dazu, dass der nominale und der reale Rückgang nahezu deckungsgleich ausfallen.
Die Schätzung ist mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Einerseits weist Liechtensteins Wirtschaft aufgrund ihrer Grösse und Struktur eine besonders hohe Volatilität auf. Andererseits stehen die amtlichen Revisionen noch aus: Die provisorischen BIP-Werte für 2023 und 2024 werden erst im November 2026 im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Amts für Statistik revidiert und veröffentlicht. Das Liechtenstein-Institut strebt eine Schätzabweichung von maximal ±3 Prozent an; in der Vergangenheit lag die Genauigkeit durchschnittlich bei ±1,9 Prozent.
Die BIP-Schätzung wurde von Dr. Andreas Brunhart und Dr. Johannes Lehmann vom Liechtenstein-Institut erstellt. Das Institut veröffentlicht sie jeweils Ende März für das vorangegangene Jahr.

