Abschluss mit Premiere: Hilti Art Foundation feiert Finissage von «In Touch»

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Mit einer Filmuraufführung und einem letzten Ausstellungstag hat die Hilti Art Foundation in Vaduz ihre Ausstellung «In Touch. Begegnungen in der Sammlung» verabschiedet – und dem Publikum einen ungewöhnlich persönlichen Einblick in das Leben des Malers Sean Scully gegeben.

Die Hilti Art Foundation hat ihre Ausstellung «In Touch. Begegnungen in der Sammlung» mit einer Filmuraufführung abgeschlossen – und dabei erzählt, wie nah man einem der bedeutendsten lebenden Maler kommen kann, wenn man bereit ist, die Kontrolle abzugeben.

Eine Reise zu den Wurzeln

Das Ergebnis dieser Begegnung war heute Abend im Alten Kino in Vaduz zu erleben. Der Film «In Touch with Sean Scully», rund 35 Minuten lang, feierte seine Weltpremiere als Abschluss der Finissage.

Der Film folgte den Spuren, die Sean Scully in New York hinterlassen hat. Sieben seiner Werke waren in der Ausstellung zu sehen, alle aus dem Besitz der Sammler Michael und Caroline Hilti. Das Konvolut umfasst insgesamt 22 Werke – die weltweit umfangreichste Sammlung dieses Künstlers.

„Wir dachten, es wäre wichtig, den Ort, die Atmosphäre zu spüren, in denen diese Werke entstanden sind», erklärte Dr. Karin Schick, Direktorin der Hilti Art Foundation seit 2024 und Initiatorin des Projekts. Das Team besuchte Scullys Atelier in Chelsea, das ursprüngliche Atelier in Tribeca, den Sommeraufenthaltsort Montauk sowie Tivoli, Upstate New York, wo Scully bis heute lebt und arbeitet.

Klaus Kowatsch, künstlerischer Leiter bei tonwelt in Berlin und Regisseur des Films, beschrieb die Produktion als Reportage unter Extrembedingungen: „Wir waren fast wie für ein Live-Ereignis unterwegs – wir wussten nicht, ob von links ein Löwe reinspringt oder rechts eine Krähe auffliegt.» Daniel Franz, verantwortlich für die Kamera, drehte mit zwei Geräten gleichzeitig, improvisierte ständig. Am Ende lagen über 600 Gigabyte Material vor – 5,5 Stunden Interview, 14 Stunden insgesamt. Herausgekommen ist ein Film, dessen unruhige, suchende Ästhetik kein Zufall ist. „Die Bilder widerspiegeln die Suchbewegung, die wir gemeinsam hatten», so Franz.

Die Sammlung hinter der Sammlung

Hintergrund des Films ist der Dialog zwischen Sean Scully und Paul Klee, den die Ausstellung in den vergangenen Monaten inszeniert hatte. Die Hilti-Sammlung umfasst 22 Werke Scullys – weltweit das grösste private Konvolut dieses Künstlers. Um zu verstehen, wie diese Bilder entstanden, reiste das Team durch New York: Chelsea, Tribeca, Montauk, und schliesslich Tivoli, Upstate New York, wo Scully bis heute malt.

Nach der Vorführung diskutierten Schick, Kowatsch und Franz unter der Moderation von Lena Nachbauer über Entstehung und Entscheidungen hinter dem Film. Das Publikum nutzte die Gelegenheit ausgiebig.