VW streicht mehr Stellen als geplant
Volkswagen hat 2025 einen massiven Gewinneinbruch erlitten – und reagiert mit einem verschärften Stellenabbau. Wie Europas grösster Autohersteller am Dienstag in Wolfsburg mitteilte, sank das Konzernergebnis nach Steuern um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Im Jahr davor waren es noch 12,4 Milliarden Euro gewesen. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro.
50.000 Jobs bis 2030
Konzernvorstand Oliver Blume kündigte in einem Brief an die Aktionäre an, dass bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten VW-Konzern in Deutschland abgebaut werden sollen – deutlich mehr als die bisher vereinbarten 35.000. Allein bei der Kernmarke Volkswagen fallen 35.000 Stellen weg. Audi will bis 2029 bis zu 7.500 Arbeitsplätze streichen, bei Porsche sind es 3.900 Stellen inklusive Leiharbeitende. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen; der Abbau soll hauptsächlich über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen.
Finanzchef Arno Antlitz erklärte, das vergangene Jahr sei von «geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität» geprägt gewesen. Die operative Rendite lag bei mageren 2,8 Prozent – angestrebt werden vier bis 5,5 Prozent. «Das aktuelle Ergebnisniveau reicht langfristig nicht aus», sagte Antlitz.
Porsche als grösste Sorge
Besonders dramatisch fiel der Einbruch bei Porsche aus: Das operative Ergebnis im Autogeschäft kollabierte von 5,3 Milliarden Euro (2024) auf gerade noch 90 Millionen Euro. Hauptursache ist ein drastischer Gewinnrückgang in China. Auch Audi verschlechterte sich von 3,9 auf 3,4 Milliarden Euro. Die Kernmarke VW hingegen verbesserte sich leicht von 2,59 auf 2,61 Milliarden Euro.
Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2025 noch 662.900 Mitarbeitende – 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die aktive Belegschaft der Kernmarke VW in Deutschland schrumpfte binnen Jahresfrist von rund 110.000 auf 102.000 Personen.
Die Herausforderungen für Volkswagen sind gross: In den USA drücken Zölle von Präsident Donald Trump auf das Geschäft, dazu kommt der politisch forcierte Kurswechsel zurück zum Verbrenner. In China muss VW den Anschluss an die heimische Konkurrenz bei Elektroautos aufholen. Auf dem europäischen Markt leiden die Margen, vor allem wegen des harten Wettbewerbs chinesischer Anbieter. Und neu bremst auch der Krieg am Golf die Nachfrage nach Luxusfahrzeugen.
Immerhin: Bei den Absatzzahlen verzeichnete VW in Europa ein Plus von fünf Prozent, in Südamerika sogar zehn Prozent. In Nordamerika und China gingen die Verkäufe hingegen um zwölf beziehungsweise sechs Prozent zurück. Insgesamt setzte der Konzern knapp neun Millionen Fahrzeuge ab.
Positiv entwickelte sich der Anteil vollelektrischer Autos: Er stieg auf 22 Prozent des Auftragsbestands, die Verkäufe von E-Autos legten um 55 Prozent zu. 2026 soll «bezahlbare Elektromobilität mit Premium-Technologie» auf den Markt kommen, wie Blume ankündigte.
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research sieht das laufende Jahr als mögliche «Stabilisierung in einem sehr instabilen Umfeld» – «nicht nur für den VW-Konzern sehr herausfordernd».
