Vom Bauernstaat zum Wirtschaftswunder
Vernissage im ehemaligen Postgebäude eröffnet Sonderausstellung «Wirtschaft Liechtenstein» | Bild: 1FLTV - Das Liechtensteiner Fernsehen
Das ehemalige Postgebäude in Vaduz bot den passenden Rahmen für einen feierlichen Abend: Im Beisein zahlreicher Unternehmerinnen und Unternehmer, Politikerinnen und Politiker sowie Historikerinnen und Historiker wurde die Sonderausstellung «Wirtschaft Liechtenstein» des Liechtensteinischen Landesmuseums an der Vernissage offiziell eröffnet. Der grosse Saal des Postgebäudes bot dabei deutlich mehr Platz als das Landesmuseum selbst, wo die Ausstellung im dritten Stock für ein Jahr lang zu sehen sein wird – und zwar bis Ende Februar 2027.
Ein halbes Jahrhundert Aufstieg
Liechtenstein war einmal arm. Das ist heute schwer vorstellbar, aber es ist die Grundlage jener Geschichte, die die Sonderausstellung aufarbeitet: der rasante Aufstieg von einem armen Bauernstaat zu einem der wohlhabendsten Wirtschaftsstandorte der Welt – vollzogen innerhalb eines halben Jahrhunderts. Die Regierung liegt dieses Kapitel der Landesgeschichte sehr am Herzen und war massgeblich an der Realisierung der Ausstellung beteiligt.
Das Herzstück der Schau sind multimediale Infotische mit Interviews jener Unternehmerpersönlichkeiten, die das Land geprägt haben. Eine riesige Wandtafel dokumentiert die Entwicklung der Liechtensteiner Unternehmen im Verlauf der Jahrzehnte – akribisch zusammengetragen von Kurator Christoph Maria Merki, dem Wirtschaftshistoriker, der auch das Standardwerk Wirtschaftswunder Liechtenstein verfasst hat. Seine Recherchen führten ihn durch Archive und Privatunterlagen, wobei er immer wieder auf eine unbequeme Wahrheit stiess.
Appell: Bewahren Sie Ihre Geschichte
„Die Quellen- und Literaturlage zur liechtensteinischen Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte ist nicht besonders gut. Das meiste ist bereits vergessen, verloren, im Dunkel der Geschichte verschwunden», sagte Merki an der Vernissage und richtete einen eindringlichen Appell an das Publikum: Unterlagen nicht nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist vernichten, sondern im Keller oder auf dem Dachboden aufbewahren. Elektronische Dokumente auf einem Stick sichern und an Nachfahren weitergeben. Erinnerungen mit Enkeln teilen.
Rahmenprogramm bis Februar 2027
Die Sonderausstellung «Wirtschaft Liechtenstein» ist ab sofort im dritten Stock des Liechtensteinischen Landesmuseums in Vaduz zu sehen. Bis Ende Februar 2027 werden regelmässig öffentliche Führungen und Rahmenprogramme angeboten. Schulen und Gruppen können spezielle Angebote nutzen. „Es ist ganz wichtig, dass wir die jungen Leute involvieren – damit sie verstehen, dass der Wohlstand nicht vom Himmel gefallen ist, und lernen, was es braucht, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.»
