Syriens Übergangspräsident al-Scharaa zu Besuch in Berlin
Bundeskanzleramt in Berlin| Foto: Gregor Meier
Ahmed al-Scharaa, Übergangspräsident der Arabischen Republik Syrien, hat am Montag seinen ersten offiziellen Deutschlandbesuch absolviert. Bundeskanzler Friedrich Merz empfing ihn im Berliner Bundeskanzleramt zu einem bilateralen Gespräch; anschliessend folgte eine gemeinsame Pressekonferenz. Zuvor wurde al-Scharaa bereits von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfangen und nahm an einem Runden Tisch mit deutschen Unternehmern teil.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Deutschland in ihre Heimat sowie der Wiederaufbau des nach Jahren des Bürgerkriegs schwer beschädigten Landes. Al-Scharaa übernahm die Führung Syriens nach dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024 und gilt als einer der einflussreichsten Akteure der syrischen Übergangspolitik.
Der Besuch stiess auf Kritik: Die Kurdische Gemeinde Deutschland warf al-Scharaa Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen vor. Auch Menschenrechtsorganisationen zeigten sich besorgt über anhaltende Gewalt gegen Minderheiten in bestimmten Regionen Syriens. Die Bundesregierung sieht in dem Besuch dennoch ein Signal für eine vorsichtige Öffnung der Beziehungen und erhofft sich Fortschritte beim geordneten Rückkehrprozess.

