RN feiert Erfolge bei Frankreichs Kommunalwahlen
Bei den gestrigen Kommunalwahlen in Frankreich hat sich die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) als grosse Gewinnerin des ersten Wahlgangs positioniert – und das ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl.
Toulon und Perpignan: RN dominiert im Süden
Besonders deutlich fiel der Erfolg in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon aus. Hochrechnungen zufolge liegt die RN-Abgeordnete Laure Lavalette mit 39,4 Prozent der Stimmen rund neun Prozentpunkte vor der unabhängigen Amtsinhaberin Josée Massi. Sollte sich dieses Ergebnis bestätigen, wäre es ein historisch bedeutsamer Moment für die Partei: In Toulon stellte der RN bereits 1995 den Bürgermeister.
Noch eindeutiger fiel das Bild in Perpignan aus. Dort wurde der amtierende RN-Bürgermeister Louis Aliot bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt. Perpignan galt bislang als grösste Stadt Frankreichs unter RN-Führung.
Marseille: Sozialist und RN-Kandidat gleichauf
In der zweitgrössten Stadt des Landes, Marseille, zeichnet sich ein knapper Zweikampf ab. Laut Hochrechnungen lagen der RN-Herausforderer Franck Allisio und der sozialistische Amtsinhaber Benoît Payan nach dem ersten Wahlgang gleichauf. Beide müssen sich am 22. März gemeinsam mit Kandidaten der Linksaussenpartei France Insoumise sowie der Zentristen einer Stichwahl stellen.
Paris: Sozialist Grégoire vorne, Dati abgeschlagen
In der Hauptstadt Paris führt nach dem ersten Wahlgang der sozialistische Kandidat Emmanuel Grégoire mit rund 38 Prozent klar das Feld an. Die konservative Ex-Kulturministerin Rachida Dati landete mit 24 Prozent deutlich dahinter. Der Einzug in eine Stichwahl gilt für Dati zwar als gesichert, ein Sieg erscheint aber nach diesem Ergebnis als schwierige Aufgabe.
Stimmungstest vor Präsidentschaftswahl 2027
Die Kommunalwahlen gelten als letzter grosser politischer Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl 2027. Überall dort, wo keine absolute Mehrheit erreicht wurde, findet am 22. März ein zweiter Wahlgang statt. Für die Grünen, die bei den letzten Kommunalwahlen 2020 stark abgeschnitten hatten, droht diesmal eine empfindliche Niederlage.

