Orell Füssli verkauft mehr Bücher – auch digital
Das Zürcher Traditionsunternehmen Orell Füssli hat auch im Jahr 2025 zulegen können. Im Buchhandel erzielte das Unternehmen gemeinsam mit dem deutschen Partner Thalia einen Umsatz von über 250 Millionen Franken. Davon entfielen 128,3 Millionen Franken auf Orell Füssli – ein Plus von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Buchgeschäft trägt damit knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz der Orell-Füssli-Gruppe von 272,8 Millionen Franken bei. Die restlichen Einnahmen stammen aus dem Sicherheitsdruck – wo unter anderem Schweizer Banknoten hergestellt werden –, dem Industriesegment Zeiser sowie weiteren Geschäftsbereichen.
Gedruckte Bücher erfreuen sich auch im digitalen Zeitalter grosser Beliebtheit, und Orell Füssli investiert weiter in den stationären Handel. 2025 wurde ein neuer Standort in Basel eröffnet, für 2026 sind weitere Filialen in Basel und Würenlos geplant. Das ist ein klarer Gegenentwurf zur Strategie mancher Mitbewerber: Ex Libris etwa schliesst sämtliche Filialen und setzt vollständig auf den Onlinehandel. Auch das Angebot an Spielwaren und Geschenkartikeln soll in den Läden erhalten bleiben und sogar ausgebaut werden – nicht zuletzt, weil Mitbewerber die Fläche räumen. So schloss der traditionsreiche Spielwarenhändler Franz Carl Weber 2025 seine Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach digitalen Büchern rasant. Das E-Book- und E-Reader-Geschäft entwickelte sich laut Orell Füssli über den eigenen Erwartungen. Auch Abo-Modelle wie jenes des Partners Skoobe – bei dem Nutzer für einen monatlichen Fixpreis Zugang zu einer grossen digitalen Bibliothek erhalten – liefen erfolgreich.
Wesentlich zum Erfolg der Gruppe tragen auch Bildungsmedien bei. Mit Angeboten wie «myKV» entwickelt Orell Füssli digitale Lernlösungen für Schulen und die Berufsausbildung. Über die Tochtergesellschaft Procivis baut das Unternehmen zudem das Geschäft mit digitalen Identitätslösungen aus, die eine sichere Online-Authentifizierung ermöglichen. Die Lehrmittelverlage und Procivis erwirtschafteten zusammen 22,6 Millionen Franken – ein Anstieg von rund 31 Prozent. Bis 2028 plant Orell Füssli, mit neuen digitalen Angeboten zusätzliche Umsätze von 30 bis 50 Millionen Franken zu erzielen.

