Goldpreis bricht ein – doch Experten bleiben gelassen

Goldreserven

Der Goldpreis ist zuletzt deutlich gefallen – und hat damit viele Anlegerinnen und Anleger aufgeschreckt. Doch Fachleute warnen vor voreiligen Schlüssen. Der sogenannte „Gold-Flash-Crash“ dürfte nur von kurzer Dauer sein. Auch Fachleute für Goldanlagen sehen das ähnlich: Der jüngste Rückgang bedeute nicht, dass Gold seine Rolle als sicherer Hafen verliere.

Einer der zentralen Auslöser für den Preisverfall ist der Krieg im Iran, der Anfang März ausgebrochen ist. Die bewaffnete Auseinandersetzung hat die Energiepreise – für Benzin, Diesel, Öl und Gas – stark in die Höhe getrieben. Das könnte die Inflation weiter befeuern. In einem solchen Umfeld sind Zinssenkungen durch die Zentralbanken unwahrscheinlich – im Gegenteil, Erhöhungen sind nicht ausgeschlossen. Die Neubewertung der Zinserwartungen hat die realen Renditen steigen lassen und den US-Dollar gestärkt – was Gold für internationale Käuferinnen und Käufer teurer und damit weniger attraktiv macht.

Hinzu kommt eine Vertrauenskrise bei Private-Equity-Gesellschaften und ihren Anlagefonds, vor allem in den USA. Seit Wochen ziehen Investoren vermehrt Gelder ab – aus Unzufriedenheit mit den Ergebnissen und schwindendem Vertrauen. Der steigende Liquiditätsbedarf zwingt viele dazu, ihre Goldbestände in grossen Mengen zu verkaufen, was den Preis zusätzlich belastet. Dieses Muster ist unter Fachleuten bekannt: In der Anfangsphase eines Schocks gerate Gold oft gemeinsam mit anderen Anlagen unter Druck, weil Geld knapp werde. Danach folge jedoch meist eine Stabilisierung, sobald sich Anlegerinnen und Anleger neu positionierten – ein Muster, das weiterhin intakt erscheine.

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