Hauptbauphase des Stadttunnels Feldkirch beginnt mit erster Sprengung
Tunnelpatin Julia Bitschi bei der ersten Sprengung | Foto: Gregor Meier
Es ist vollbracht: Mit der feierlichen Anschlagfeier am 6. März 2026 wurde der Bau des Haupttunnels offiziell gestartet – ein Meilenstein für die gesamte Region
Nach Jahrzehnten der Planung, 48 geprüften Varianten und unzähligen Rechtsmitteln hat der Stadttunnel Feldkirch die entscheidende Phase erreicht. Mit der traditionellen Anschlagfeier am Donnerstag begann offiziell der Bau des Haupttunnels – das Herzstück eines Projekts, das die Stadt Feldkirch und das gesamte Bundesland Vorarlberg verändern wird.
Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christoph Bitschi betonten in ihren Reden die historische Dimension des Tages. „Heute ist ein ganz besonderer Tag für Feldkirch, heute ist ein ganz besonderer Tag für Vorarlberg«, erklärte Wallner. „Was über viele Jahre geplant, diskutiert und vorbereitet wurde, wird heute Realität.» Der Tunnel sei mit Sicherheit kein politischer Schnellschuss, sondern ein über Jahrzehnte angeplantes Projekt»– die ersten Überlegungen dazu reichen bis in die 1970er Jahre zurück.
Entlastung für Einwohner und Pendler
Die Zahlen sprechen für sich: Rund 8’000 Feldkircher Bürger werden durch den Tunnel deutlich vom Verkehrslärm entlastet. An der Bärenkreuzung wird der Verkehr um ein Viertel reduziert, der Schwerverkehr sogar um zwei Drittel. Doch der Tunnel ist mehr als nur eine Entlastungsstrasse – er schafft Spielräume für die Stadtentwicklung. Oberirdisch entsteht so Raum für Fuss- und Radverkehr sowie einen verlässlicheren öffentlichen Nahverkehr.

«Wir zeigen mit dieser Baustelle, es ist in Vorarlberg möglich, grosse Bauprojekte umzusetzen»
Landesstatthalter Christoph Bitschi
Von der Planung zur Realität
Der Weg bis hierher war steinig. Nach einer intensiven Umweltverträglichkeitsprüfung und rechtlichen Auseinandersetzungen gab es 2019 schliesslich den Startschuss. Ein fünfmonatiger Baustopp im vergangenen Jahr sorgte für zusätzliche Verzögerungen und graue Haare bei den Verantwortlichen, wie Bitschi augenzwinkernd bemerkte. Doch nun dreht sich der Kran wieder – ein Symbol für die Beharrlichkeit der Projektverantwortlichen.
Der Bau des Haupttunnels soll bis Herbst 2028 dauern. Parallel dazu erfolgen Innenausbau und technische Ausstattung. Ein optimierter Bauablauf soll Zeit und Kosten sparen. Die ARGE Stadttunnel Feldkirch, bestehend aus den Vorarlberger Baufirmen Jägerbau und Hilti sowie dem österreichischen Strabag, führt die Arbeiten aus.

