Gesundheitskosten steigen um 6,2 Prozent – Auslandsspitäler als Haupttreiber

Spital

Die Bruttoleistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) sind in Liechtenstein im Jahr 2025 erneut deutlich gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Gesamtkosten um 6,2 Prozent auf rund 222,5 Millionen Franken – im Jahr 2024 lagen sie noch bei rund 209,6 Millionen Franken. Das zeigen die aktuellen Auswertungsdaten aus dem SASIS-Datenpool des Liechtensteinischen Krankenkassenverbands (LKV) für den Zeitraum Januar bis Dezember 2025.

Differenziert man zwischen inländischen und ausländischen Leistungserbringern, zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Die Leistungen, die von FL-Leistungserbringern erbracht wurden, stiegen lediglich um 1,7 Prozent auf 125,9 Millionen Franken. Der weit überproportionale Gesamtanstieg ist damit vor allem auf den ausländischen, insbesondere den stationären Spitalbereich zurückzuführen.

Der grösste Kostentreiber ist der Spitalbereich. Insgesamt stiegen die Spitalkosten um rund 10 Prozent auf 89,1 Millionen Franken. Besonders stark fiel der Anstieg bei den stationären Spitalaufenthalten aus: Mit einem Plus von 13 Prozent erreichten diese Kosten rund 53,3 Millionen Franken. Die ambulanten Spitalleistungen wuchsen etwas moderater um 5,8 Prozent auf 35,8 Millionen Franken.

Auffällig ist dabei, dass die inländischen Spitalleistungen in FL sogar leicht zurückgingen – um 0,7 Prozent auf 15,0 Millionen Franken. Stationäre Behandlungen in Liechtenstein selbst sanken um 2,1 Prozent auf 7,9 Millionen Franken. Die starken Gesamtzuwächse gehen damit fast vollständig auf Leistungen in ausländischen Spitälern zurück.

Der Bereich Ärzte und Ärztinnen verzeichnete ein Kostenwachstum von 4,8 Prozent auf 69,0 Millionen Franken (Vorjahr: 66,2 Mio. CHF). Ambulante Behandlungen stiegen um 5,2 Prozent, ambulant verordnete Medikamente um 3,3 Prozent. Bei inländischen Leistungserbringern lag das Wachstum mit 3,2 Prozent ebenfalls im moderaten Bereich.

Nicht alle Bereiche verzeichneten Kostensteigerungen. Apotheken verbuchten einen leichten Rückgang von 1,3 Prozent auf 14,7 Millionen Franken. Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen verzeichneten ein Minus von 1,0 Prozent (6,7 Mio. CHF), bei inländischen Leistungserbringern sogar von 3,9 Prozent. Am deutlichsten fiel der Rückgang bei Chiropraktoren und Chiropraktorinnen aus: Die Kosten sanken um 16,7 Prozent auf 1,4 Millionen Franken – bei inländischen Anbietern um 15,0 Prozent.

Die Laboratorien verzeichneten ein Kostenwachstum von 6,5 Prozent auf 9,9 Millionen Franken. Pflegeheime stiegen um 4,2 Prozent auf 11,8 Millionen Franken, wobei inländische Pflegeheime in ähnlichem Ausmass zulegen (4,2 Prozent, 11,3 Mio. CHF). Die Organisationen der Krankenpflege und Hilfe zu Hause verzeichneten dagegen einen Rückgang von 5,7 Prozent auf 4,7 Millionen Franken.

Die Auswertung des SASIS-Datenpools macht deutlich, dass das Kostenwachstum im liechtensteinischen Gesundheitswesen nicht gleichmässig verteilt ist. Während die inländischen Leistungserbringer insgesamt eine verhältnismässig stabile Entwicklung aufzeigen, sind es die ausländischen – insbesondere stationären – Spitalleistungen, welche die Gesamtkosten deutlich nach oben treiben. Diese strukturelle Verschiebung dürfte die gesundheitspolitische Diskussion in Liechtenstein weiter prägen.

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