«Es ist ein Planungsdesaster» – DpL fordert Projektstopp beim Spitalneubau
Ab morgen tagt der Landtag zu seiner ersten Arbeitssession in diesem Jahr. Ein Thema dürfte dabei besonders für intensiven Debatten und emotionalen Voten sorgen: das Landesspital. Der Vorhabensbericht, den die Regierung in der vergangenen Woche präsentierte wird im Landtag behandelt.
Die DpL fordert einen Kurswechsel und wird für einen Projektstopp eintreten. Parteipräsident Thomas Rehak hat bereits vorab klare Kante gezeigt: Die Fraktion wird im Landtag für einen umfassenden Projektstopp und einen Neustart beantragen.
«Wir stellen den Leistungsauftrag in Frage»
Thomas Rehak
Im Gespräch mit dem Landesspiegel kritisiert Rehak das bisherige Vorgehen bei der Spitalplanung scharf. «Es ist ein Planungsdesaster«, so Rehak. «Man muss neu anfangen und das Projekt auf neue, moderne Beine stellen.» Die DpL wolle dabei keineswegs auf ein Spital verzichten – im Gegenteil: «Wir wollen ganz klar ein Spital. Es geht um ein Planungsproblem.«
Konkret kritisierte er grundlegende Mängel bei der bisherigen Planung. So seien die Innenräume sowie das gesamte System nicht zukunftsfähig konzipiert worden. «Das sind keine kleinen Probleme«, betonte Rehak.
«Wenn Raumhöhen nicht stimmen, ist das ein Totalschaden.»
Thomas Rehak
Kostenexplosion als Warnsignal
Die DpL beruft sich dabei auf die Erfahrungen mit dem ersten Projekt «Inspira I», das laut Rehak 20 Millionen Franken über Budget lag. «Die dauernden Korrekturvorgänge haben dazu geführt, dass das erste Projekt massiv teurer wurde als vorgesehen«, so Rehak. Auch die angestrebte Redimensionierung sei nicht gelungen – und werde es auch künftig nicht.
Für die DpL ist die Schlussfolgerung eindeutig: «Schneller und besser geht es mit einem Neustart als mit einem kranken System«, erklärte Rehak. Die Partei fordert daher eine komplette Neubewertung des Projekts – möglicherweise auch an einem anderen Standort.
Kein Volksentscheid nötig
Rehak machte zugleich klar, dass ein solcher Neuanfang keineswegs einen erneuten Volksentscheid erfordere. «Dazu braucht es keinen Volksentscheid, das kann der Landtag entscheiden«, so der DpL-Politiker. Das Volk habe bereits klargestellt, dass es ein Spital wolle – aber es brauche das «richtige Spital am richtigen Standort«. Dem müsse Rechnung getragen werden. Alles andere sei verantwortungslos.

