Sozialist Seguro gewinnt Stichwahl
António José Seguro gewinnt die Stichwahl um die Präsidentschaft Portugals klar. Der gemässigte Sozialist erzielt 66,7 Prozent der Stimmen. Er übernimmt Anfang März das Amt vom konservativen Marcelo Rebelo de Sousa. Es war das erste Mal seit 1986, dass eine Stichwahl bei einer Präsidentschaftswahl in Portugal notwendig war.
Bereits im ersten Wahlgang am 18. Januar lag Seguro vorne. Damals holte der 63-Jährige rund 31 Prozent. Herausforderer Andre Ventura kam auf 23,5 Prozent. Umfragen sagten einen klaren Sieg Seguros voraus. Das Ergebnis bestätigt diese Prognosen. Der Präsidentenposten ist in Portugal meist repräsentativ. Das Staatsoberhaupt kann aber das Parlament auflösen, Neuwahlen ansetzen und Gesetze mit Veto stoppen.
Regierungschef Luis Montenegro gab vor der Stichwahl keine Empfehlung ab. Der Vorsitzende der konservativen PSD führt eine Minderheitsregierung. Diese stützt sich im Parlament immer wieder auf die rechtspopulistische Chega-Partei von Ventura.
Seguro führte von 2011 bis 2014 die Sozialistische Partei. Er steht für ihren gemässigten Flügel. Im Wahlkampf setzte er auf Ausgleich und Stabilität. Er warnte vor politischen Verwerfungen und betonte den Schutz demokratischer Institutionen. Nach dem ersten Wahlgang erhielt er Rückhalt aus bürgerlichen Kreisen.
Ventura trat mit dem Anspruch an, das politische System grundlegend zu verändern. Beobachter sehen in seiner Kandidatur einen Schritt zum langfristigen Ziel des Regierungschefs. Die Präsidentschaftswahl diente ihm auch dazu, seine Anhängerschaft zu mobilisieren. Bei der Parlamentswahl im Vorjahr erreichte Chega 22,8 Prozent.
Unwetter prägten Wahlkampf und Urnengang. Stürme und starker Regen sorgten für schwierige Bedingungen. Trotzdem blieb die Beteiligung etwa auf dem Niveau der ersten Runde. Das Sturmtief Marta traf das Land am Wochenende, nachdem zuvor bereits Leonardo Schäden verursacht hatte. Behörden meldeten ein Todesopfer. In der Nacht auf Sonntag beruhigte sich die Lage.
