Bundesrat analysiert neue US-Zusatzgebühren nach Aufhebung von Zöllen

Bundeshaus

Bundeshaus in Bern | Foto: Gregor Meier

Nach der Aufhebung der länderspezifischen Zusatzzölle durch den Obersten Gerichtshof der USA führte der amerikanische Präsident neue Zusatzzölle auf anderer gesetzlicher Grundlage ein. Die grundlegende Zielsetzung der Verhandlungen der Schweiz mit den USA bleibt bestehen. Der Bundesrat wurde am 25. Februar 2026 über die ersten Erkenntnisse informiert und wird in einer der nächsten Sitzungen über die weiteren Entwicklungen beraten.

Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied am 20. Februar 2026, dass der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) den Präsidenten nicht dazu berechtigt, allgemeine Zölle zu erheben. Das Gericht hob damit die Anwendung dieses Gesetzes durch die Regierung zur Begründung umfassender Zusatzzölle auf Importe seit dem 2. April 2025 auf.

Trotz dieses Urteils hält die US-Regierung an ihrer handels- und wirtschaftspolitischen Ausrichtung fest. Um die IEEPA-Zölle zu ersetzen, beschloss sie kurz nach Bekanntgabe des Urteils neue Zusatzzölle auf Basis einer anderen Rechtsgrundlage, die am 24. Februar in Kraft traten.

Die neuen Zusatzzölle gemäss Section 122 des US Trade Act werden nicht zusätzlich zu den bisherigen länderspezifischen Zusatzzöllen angewendet, sondern ersetzen diese für eine Periode von 150 Tagen. Sie sollen zusätzlich zu den bereits vor dem 2. April 2025 bestehenden Meistbegünstigungszöllen angewendet werden. Die US-Regierung kündigte an, handelspolitische Massnahmen gestützt auf andere Rechtsgrundlagen vorzubereiten und signalisierte, bestehende Handelsvereinbarungen – wie die mit der Schweiz – bei der Umsetzung zu respektieren.

Der Bundesrat wurde über das Urteil des Obersten Gerichtshofs und die Entscheidungen der US-Regierung informiert. Gemäss geltendem Verhandlungsmandat bleibt das Ziel der laufenden Verhandlungen, für die Schweizer Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen auf dem US-Markt sicherzustellen und diese nach Möglichkeit zu verbessern.

Der Bundesrat analysiert die weiteren Entwicklungen und Auswirkungen und wird in einer der nächsten Sitzungen darüber beraten.

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