Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen bezeichnet den US-Militäreinsatz in Venezuela als Verstoss gegen das Völkerrecht. Die Aktion mache Staaten weltweit unsicherer. Das erklärte die Behörde am Dienstag. Im UNO-Sicherheitsrat fanden die USA mit ihrer Position kaum Unterstützung.
UNO-Sprecherin Ravina Shamdasani warnte vor einem gefährlichen Signal. Mächtige Staaten könnten glauben, sie dürften ohne Folgen handeln. Der Einsatz verletze ein zentrales Prinzip des Völkerrechts. Staaten dürften weder mit Gewalt drohen noch Gewalt anwenden, um die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit anderer Länder zu untergraben. Die internationale Gemeinschaft müsse dieses Prinzip geschlossen verteidigen.
Die UNO wies die Begründung der USA zurück, wonach der Einsatz wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen der venezolanischen Regierung nötig gewesen sei. Rechenschaft für solche Verbrechen lasse sich nicht durch einseitige Militäraktionen erzwingen. Die Menschenrechtskommission beobachtet die Lage in Venezuela seit Jahren und dokumentiert eine anhaltende Verschlechterung. Die aktuelle Eskalation könne die Situation weiter verschlimmern.
Auch im Sicherheitsrat kritisierten zahlreiche Staaten das Vorgehen der USA als völkerrechtswidrig. Venezuela hatte die Dringlichkeitssitzung mit Unterstützung von China und Russland beantragt. Mehrere Länder warnten vor Gefahren für den Frieden in der Region und darüber hinaus. China erklärte, kein Staat dürfe als Weltpolizei auftreten. Militärische Mittel lösten keine politischen Probleme.
Europäische Staaten wie Grossbritannien und Frankreich erklärten, weder Nicolás Maduro sei ein legitimer Präsident noch rechtfertige dies einen militärischen Angriff. Sie forderten einen friedlichen politischen Übergang aus der venezolanischen Gesellschaft heraus. Die USA verteidigten ihr Vorgehen und bezeichneten die Festnahme Maduros als gezielte Strafverfolgungsmassnahme. Maduro sei kein legitimes Staatsoberhaupt.
In Venezuela festigt die neue Führung ihre Macht. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez verhängte den Ausnahmezustand und ordnete die Verfolgung von Kollaborateuren an. In Caracas kam es in der Nacht zu Schusswechseln nahe dem Präsidentenpalast. Tausende Anhänger Maduros demonstrierten gegen seine Festnahme und forderten seine Freilassung. Ob es zu Neuwahlen kommt, bleibt offen.