Historiker Dr. Alois Ospelt wird am 80. Geburtstag Ehrenbürger

Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Dr. Alois Ospelt

Bürgermeister Florian Meier, Alois Ospelt und Vizebürgermeisterin Antje Moser | Foto: Gregor Meier

Vaduz zeichnet Dr. Alois Ospelt mit dem Ehrenbürgerrecht aus. Am 25. Januar stimmten die Vaduzer Bürger mit überwältigender Mehrheit dafür: 511 von 579 gültige Stimmen sprachen sich für die Ehrung aus. Heute erhielt der Jubilar im Rathaussaal die Auszeichnung – pünktlich zu seinem 80. Geburtstag.

Prägender Kopf des Archivwesens

Ospelt wurde am 31. Januar 1946 in Vaduz geboren. Nach der Matura 1966 studierte er Geschichte und Pädagogik in Freiburg und Wien. 1972 schloss er mit dem Doktortitel ab. Seine Dissertation über die Wirtschaftsgeschichte Liechtensteins im 19. Jahrhundert gilt bis heute als Standardwerk.

1974 übernahm Ospelt die Leitung des Landesarchivs und der Landesbibliothek. 27 Jahre lang prägte er beide Institutionen. Er modernisierte Archivstrukturen, erschloss historische Quellen systematisch und sicherte das kulturelle Erbe des Landes.

Forscher mit breitem Spektrum

Ospelts Forschungsthemen reichen von Wirtschafts- und Sozialgeschichte über Rechts- und Verwaltungsgeschichte bis zu lokalen Traditionen. Besonders verdient machte er sich um die Vaduzer Geschichte. Als Redaktor und Herausgeber verantwortete er wichtige Publikationen der Gemeinde: «Vaduzer Wald» (1981), «Vaduzer Wasser» (1995), «Vaduzer Wein» (1996) und «Vaduzer Landwirtschaft» (2016). Diese Werke verbinden historische Forschung mit Praxisbezug.

Politische Verantwortung auf allen Ebenen

Ospelt beschränkte sich nicht auf die Wissenschaft. Von 1979 bis 1986 sass er im Gemeinderat von Vaduz. Danach wechselte er in den Landtag (1989-1993), wo er als FBP-Fraktionssprecher wirkte. Von 2001 bis 2005 amtierte er als Regierungsrat. Er verantwortete die Ressorts Inneres, Kultur, Sport sowie Umwelt, Raum, Land- und Waldwirtschaft.

In seiner Regierungszeit trieb Ospelt wichtige Reformen voran: die Agrarreform, das Raumplanungsgesetz, den Polizeibericht und die Reform der Landespolizei, die Einführung des Briefwahlrechts, die Neufassung des Gewässerschutzgesetzes.

Laudatio würdigt Lebenswerk

Otmar Hasler

Altregierungschef Otmar Hasler hob in der Laudatio Ospelts Fähigkeit hervor, komplexe Sachverhalte verständlich darzulegen und Konsense zu erarbeiten. Hasler erinnerte an gemeinsame Regierungsjahre und betonte Ospelts Sachkenntnis, besonders in der Landwirtschaft.

25 Jahre lang führte Ospelt die Alpgenossenschaft Vaduz. Seine tiefe Verbundenheit zur Heimatgemeinde zeigte sich auch im Kirchenrat (1999-2003) und in zahlreichen Publikationen zur Vaduzer Geschichte.

Dankesworte des Geehrten

Ospelt dankte allen Mitbürgern für ihre Zustimmung. Er sprach über sein Selbstverständnis als Bürger, Geschichtsforscher und Politiker. Die Begriffe Bürger und Heimat stünden in engem Zusammenhang – beide hätten mit dem Bedürfnis nach Nähe und Vertrautheit zu einem Lebensraum zu tun.

Er schilderte, wie sich seine Bindung an Vaduz entwickelte: vom Elternhaus in Badgass über die Schuljahre in Ebenholz und Städtle bis zu den Pfadfindern. Dort lernte er soziales und politisches Engagement.

Seltene Auszeichnung

Das Ehrenbürgerrecht vergibt Vaduz nur selten. Es würdigt Persönlichkeiten, die sich ausserordentlich um die Gemeinde verdient gemacht haben. Ospelt erhielt bereits das Komturkreuz mit Stern des Fürstlich Liechtensteinischen Verdienstordens.

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