Dialog und Vertrauen im Mittelpunkt des WEF-Besuchs
Regierungschefin Brigitte Haas im Interview mit 1FL TV | Foto: Gregor Meier
Gespräch statt Abschottung: Dieses Fazit zieht Regierungschefin Brigitte Haas nach ihrem Besuch am Weltwirtschaftsforum in Davos. Im Interview mit 1FL TV schilderte sie ihre Eindrücke und Begegnungen. Im Zentrum stand für sie der persönliche Austausch.
«Gerade in der heutigen Welt ist es das A und O, dass man miteinander spricht«, betonte Haas. Davos ziehe viele Staatsoberhäupter, Politiker und Wirtschaftsvertreter an. Die Gelegenheit für Begegnungen nutzte sie intensiv. Bereits zu Beginn sprach sie mit Bundespräsident Parmelin. Haas gratulierte ihm zu seiner neuen Funktion im Bundesrat. Danach folgte das erste Gespräch mit Bundesrat Pfister.
Zahlreiche Schweizer Vertreter trafen sich in Davos. Darunter waren Fachleute aus verschiedenen Departements. Besonders wichtig waren Kontakte zu Personen, die Schweizer Verhandlungen mit den USA führen.
Spontane Begegnungen ergaben sich überall. Beim Gang durch die Flure, beim Kaffee oder beim Warten auf offizielle Treffen bot sich Raum für kurze Gespräche. Fünf bis zehn Minuten genügten oft für wertvollen Austausch. Die Regierungschefin traf unter anderem den österreichischen Bundeskanzler Stocker und den deutschen Finanzminister Lars Klingbeil. Neben Klingbeil sass sie während der Rede von Kanzler Merz. Weitere Kontakte knüpfte sie zu Vertretern aus Grossbritannien und Frankreich.
Dialog bleibt nach Ansicht aller Beteiligten das wichtigste Instrument. Vertrauen müsse erhalten und teilweise wieder aufgebaut werden. Die Zeiten seien unsicher, viele Umbrüche prägten die Welt. Die Entwicklungen aus den USA hätten sich zuletzt entspannt. Ganz Europa sei daran interessiert, dass diese Entspannung erhalten bleibe. Grosse Flexibilität sei gefordert, wenn sich Neues ergebe. Reagieren und überlegen gehöre heute dazu.
Besonders freute sich Haas über eine zufällige Begegnung mit Vertretern der Landespolizei. Diese arbeiten in Davos im Personenschutz und auf der Strasse. Ein Polizist nahm bereits zum 22. Mal am WEF teil. Er half der Regierungschefin bei der Orientierung vor Ort.
Ihre Erwartungen hätten sich von der Realität unterschieden. Als Aussenstehende habe sie sich das Forum anders vorgestellt. Sie habe Menschen erwartet, die sich in einer anderen Sphäre bewegen. Stattdessen traf sie auf Menschen, wie alle anderen. Jeder wolle das Beste für sein Land oder sein Unternehmen. Zusammenarbeit stehe im Vordergrund. Genau das mache den Dialog aus und erkläre, warum das WEF seit so vielen Jahren bestehe.
Treffen auf kleinem Raum ermögliche Vertrauen. Das WEF schaffe genau diese Möglichkeit. Haas würde nächstes Jahr wieder teilnehmen. Das Land könne davon profitieren und sich gut darstellen. Freunde in der Welt zu finden sei wichtig. Freundschaften entstünden nur durch Pflege. Das WEF sei ein wichtiger Teil davon.

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