Deutschlandweite Warnstreiks im Nahverkehr

Bahnverkehr in Deutschland

In zahlreichen Städten in Deutschland ist es seit Montagmorgen zu massiven Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gekommen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Beschäftigte kommunaler Verkehrsunternehmen legten mit Beginn der Frühschicht ihre Arbeit nieder, um den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde zu erhöhen.

Betroffen sind nach Angaben der Gewerkschaft fast alle 16 Bundesländer. Busse sowie Strassen-, U- und Stadtbahnen blieben vielerorts ganztägig in den Depots. Lediglich Niedersachsen bildet eine Ausnahme: Dort gilt für rund 5.000 Beschäftigte weiterhin die sogenannte Friedenspflicht, weshalb es zu keinen Arbeitsniederlegungen kommt.

Insgesamt nimmt Ver.di mit den Warnstreiks knapp 100.000 Beschäftigte in rund 150 städtischen Verkehrs- und Busunternehmen in den Blick. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, längere Ruhezeiten zwischen den Diensten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. In mehreren Bundesländern – darunter Bayern, Brandenburg, das Saarland, Thüringen und Hamburg – stehen zudem höhere Löhne und Gehälter auf der Forderungsliste.

Nicht betroffen von den Arbeitsniederlegungen sind die Regional- und S-Bahnen der Deutschen Bahn. Diese verkehren nach Angaben des Konzerns planmässig. Die S-Bahnen in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Köln sowie der Regional- und Fernverkehr würden nicht von Ver.di vertreten und nähmen daher nicht an den Streiks teil, erklärte die Bahn.

Die Tarifverhandlungen laufen bereits seit November und werden überwiegend mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden in den einzelnen Bundesländern geführt. Während Ver.di die Streiks als notwendiges Mittel bezeichnet, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen, kritisieren Arbeitgebervertreter die Arbeitsniederlegungen als unverhältnismässig und warnen vor erheblichen Belastungen für Fahrgäste.

Wie lange die Warnstreiks andauern sollen, ist derzeit offen. Ver.di hat jedoch angekündigt, weitere Aktionen nicht auszuschliessen, sollte es in den Verhandlungen zu keinen substanziellen Fortschritten kommen.

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